Fachbeiträge zum Thema Rinder aus vorhergehenden Jahren

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Fachbeiträge Rinder aus dem aktuellen Jahr



„Neue Gesichtspunkte zur Verbesserung der Eutergesundheit in Milchviehbetrieben“

Auf der 9. Tagung des Tiergesundheitsdienstes für Rinder der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt am 13.10.2009 stand die Eutergesundheit im Mittelpunkt des Interesses. Die Vorträge befassten sich vor allem mit dem Einfluss der Fütterung und der Auswirkung von Melkarbeit und Melktechnik auf die Eutergesundheit im Betrieb. So stellten diese Beiträge heraus, dass Managementbedingte Faktoren den wichtigsten Einfluss auf die Anzahl der Neuinfektionen im Betrieb haben. In einem weiteren Vortrag wurde dargestellt, welche Behandlungsstrategien anhand der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse als ökonomisch sinnvoll und medizinisch verantwortungsvoll einzustufen sind. Die Veranstaltung war mit 200 Teilnehmern sehr gut besucht.

Als externe Referenten traten Wolfgang Spörer (LKV Sachsen-Anhalt), Dr. Kirsten Stemme (Fa. Intervet) und Prof. Volker Krömker (FH Hannover) auf.

Vorträge:
Dr. A. Koch (TGD Sachsen-Anhalt)
W. Spörer (LKV Sachsen-Anhalt)
Prof. V. Krömker (FH Hannover)


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„Höchste Grundfutterqualitäten erzeugen – Schlüssel für eine nachhaltig auf Leistung und Tiergesundheit ausgerichtete Fütterung“

Das Thema der diesjährigen Frühjahrsveranstaltung lautete „Höchste Grundfutterqualitäten erzeugen – Schlüssel für eine nachhaltig auf Leistung und Tiergesundheit ausgerichtete Fütterung“ und richtete sich damit gleichermaßen an die für den Pflanzenbau und die Tierproduktion verantwortlichen in den landwirtschaftlichen Betrieben. Trotz des für die Feldwirtschaft hervorragenden Wetters fanden etwa 110 Interessenten den Weg nach Magdeburg nicht zuletzt um sich im wie immer netten Ambiente des NH Hotels auch untereinander fachlich auszutauschen.

Als externe Referenten sprachen Dr. Andreas Milimonka (AGRAVIS Raifeisen AG), Dr. Reinhard Georg (RAGT Deutschland), Dr. Wolfram Richards von der LKS in Lichtenwalde und Dr. Uwe Bode vom landwirtschaftlichen Beratungsring Roßlau e.V..

Vorträge:
Dr. B. Taffe (TGD Sachsen-Anhalt)
Dr. A. Milimonka (PD an der LGF, Humboldt-Universität Berlin)
Dr. Georg
Dr. W. Richardt (Landwirtschaftliche Kommunikations- und Servicegesellschaft mbH)
Dr. Bode (LBR Roßlau e.V.)


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„Das gesunde Kalb - die Voraussetzung für unsere Hochleistungskuh von morgen“

Am 11.09.2008 fand im Hotel-NH die mittlerweile 7. Fachtagung „Rind“ des Tiergesundheitsdienstes der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt statt. Das Thema „Das gesunde Kalb - die Voraussetzung für unsere Hochleistungskuh von morgen“ weckte wieder das Interesse vieler Landwirte (143 Teilnehmer).

Der erste Vortrag (Dr. Koch, TGD Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt) erläuterte Einflussmöglichkeiten des Managements auf die Tot- und Schwergeburtenrate und somit auf die Lebensfähigkeit des neugeborenen Kalbes. Der zweite und dritte Vortrag beschäftigten sich explizit mit den Problemen von Durchfallerkrankungen (Prof. Dr. Kaske, Klinik für Rinder, Tierärztliche Hochschule Hannover) und Atemwegsinfektionen (Herr Behr, Fa. Essex Tierarznei) während der Aufzuchtphase und beschrieben die wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Nach der Kaffeepause rundeten zwei Beiträge über Tränkemanagement (Dr. Kunz, LWK Schleswig-Holstein) und Festfutterversorgung von Tränkkälbern die Vortragsreihe ab. Rege Diskussionen am Ende der jeweiligen Vorträge veranschaulichten deutlich, dass die Probleme in der Kälberaufzucht im Alltag der Landwirte eine wichtige Rolle spielen.

Wir danken den Firmen Intervet und Essex für die freundliche Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung.

Die Veranstaltung war mit 143 Teilnehmern gut besucht. Herr Martin Behr (Fa. Essex) war einer der fünf Referenten.

Die Vorträge lieferten auch für die Referenten reichlich Gesprächsstoff. (links: Dr. Fischer, rechts: Dr. Kunz) Prof. Kaske referierte über das Problem Kälberdurchfall.


Vorträge:
Dr. A. Koch (TGD Sachsen-Anhalt)
Dr. M. Kaske (Klinik für Rinder, Tierärztliche Hochschule Hannover)
M. Behr (Fa. essex tierarznei München)
Dr. H.-J. Kunz (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein)
Dr. B. Fischer (Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt)


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Projekt „SESAM“

(Systematische Eutergesundheitsoptimierung in Sachsen-Anhalts Milchviehherden)

Ein von der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt unterstütztes Gemeinschaftsprojekt von TGD und LKV Sachsen Anhalt in Zusammenarbeit mit der FH Hannover

Der Tiergesundheitsdienst der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt startet im Sommer 2008 gemeinsam mit der FH Hannover und dem Landeskontrollverband das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt „Systematische Eutergesundheitsoptimierung in Sachsen-Anhalts Milchviehherden“ (SESAM). Das Projekt wird von der Tierseuchenkasse Sachsen Anhalt finanziell getragen. Ebenfalls beteiligt ist die Vereinigte Tierversicherung (VTV).

Ausgehend von der Situation in Sachsen-Anhalt hinsichtlich des stetig steigenden Zellzahlniveaus bei steigender Milchleistung soll mit Hilfe der am Projekt beteiligten Partner anhand ausgewählter Betriebe in Sachsen-Anhalt eine Konzeption für ein fachübergreifendes Beratungsangebot erarbeitet werden. Dieses wird einerseits auf die jeweilige betriebliche Situation abgestimmt, soll aber beispielhaften Charakter haben und für die zukünftige Arbeit in der Beratung genutzt werden. Dabei verfolgt das Projekt vordergründig das Ziel, bisher von den Partnern angebotene Beratungsleistungen zu koordinieren und als Gesamtkonzept aufeinander abzustimmen.

Vorgesehen ist, mit 15 Betrieben im Jahr 2008 zu beginnen. Ab dem Jahr 2009 wird das Projekt voraussichtlich auf 45 Betriebe ausgeweitet werden. Jeder Betrieb soll von der Projektgruppe ca. zwei bis dreimal im Jahr aufgesucht werden. Hierzu werden gemeinsame Beraterteams tätig.

Koordination und Durchführung des Projektes obliegen der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt und hier dem Tiergesundheitsdienst. Die wissenschaftliche Leitung erfolgt durch die FH Hannover (Herrn Prof. Volker Krömker).

Anlässlich einer Zusammenkunft der ersten 15 Projektbetriebe am 01.08.2008 haben die Projektpartner und ihre Unterstützer einige Eckpunkte und Besonderheiten des Projekts und ihrer zukünftigen Zusammenarbeit vorgestellt.

Vorträge oder Vortragszusammenfassung können nachstehend eingesehen werden

Vorträge:
Programm und Vortrag Dr. B. Taffe (TGD Sachsen-Anhalt)
Dr. F. Pfeifer (TGD Sachsen-Anhalt)
F. Baumgart (LKV Sachsen-Anhalt)
W. Spörer (LKV Sachsen-Anhalt)
Prof. V. Krömker (FH Hannover)
Dr. A. Koch (TGD Sachsen-Anhalt)
Herr F. Roffeis (Vereinigte Tierversicherung Ges. a.G., Direktion Agrar Wiesbaden)


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„Klauengesunde Kühe - eine Voraussetzung für erfolgreiche Milchviehhaltung“

Frühjahrsveranstaltung 2008 des TGD Sachsen-Anhalt

Der TGD Sachsen-Anhalt führte am 17. März 2008 seine sechste Vortragsveranstaltung für Rinderhalter und ihre Haustierärzte durch. Das Thema „Klauengesunde Kühe - eine Voraussetzung für erfolgreiche Milchviehhaltung“ führte erneut zu einer erfreulich hohen Teilnehmerzahl (147 Personen).

Im ersten Vortrag wurde dem Zuhörer ein Überblick über die wichtigsten Klauenerkrankungen beim Rind verschafft (Dr. A. Koch, TGD Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt). Darauf aufbauend schilderten die nächsten Beiträge die Einflussmöglichkeiten auf die Häufigkeit von Klauenerkrankungen über die Fütterung (Dipl. Ing. agr. Stefan Neumann , Fa. Schaumann), über die funktionelle Klauenpflege (Dr. H.-P. Klindworth, RGD LWK Niedersachsen) und über verschiedene Laufflächensysteme (Dr. P. Heimberg, TGD LWK Nordrhein-Westfalen). Durch die Veranstaltung führte der Geschäftsführer der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt Herr Dr. F. Salchert.

Wir danken den Firmen Pfizer und Schaumann für die freundliche Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung.

Bereits an dieser Stelle soll auf die Herbstveranstaltung am 11. September hingewiesen werden. Hier werden wir uns der Problematik der Kälbergesundheit annehmen. Die Einladungen zur Veranstaltung gehen Ihnen wie gewohnt per Post und rechtzeitig zu.

Ein voller Saal zeugt von regem Interesse an der Veranstaltung.
Im Vordergrund zwei der vier Referenten (links: Dr. Koch, rechts: Dipl. Ing. agr. Neumann)
Der Moderator Dr. Salchert (rechts) mit einem der Referenten (Dipl. Ing. agr. Neumann). Dr. Heimberg (links) und Dr. Klindworth (rechts) konnten ebenfalls als Referenten gewonnen werden.

Vorträge:
Dr. A. Koch (TGD Sachsen-Anhalt)
Dr. H.-P. Klindworth (Rindergesundheitsdienst Niedersachsen)
Dr. P. Heimberg (Rindergesundheitsdienst Nordrhein-Westfalen)
Herr S. Neumann (Fa. Schaumann)


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Informationen für Tierhalter zur Blauzungenkrankheit (BlueTongueDisease)

Im Sommer 2007 kam es zum Wiederauftreten der Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern in Nordrhein-Westfalen mit schneller Ausbreitung in benachbarte Bundesländer. Im Gegensatz zum Vorjahr sind deutlich schwerere Krankheitsverläufe und auch Verendungen insbesondere bei Schafen zu verzeichnen. Mittlerweile hat sich die Erkrankung bis nach Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen ausgebreitet und einzelne Fälle wurden auch aus Schleswig-Holstein, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und nun auch Sachsen-Anhalt gemeldet. Obwohl die Zeit der höchsten Aktivität vermutlich vorüber ist, wird noch mit weiteren Erkrankungen zu rechnen sein. Nachfolgend sind daher die wichtigsten Informationen für Halter von Wiederkäuern dargestellt:

Erreger:

Orbivirus (24 Serotypen), in Mitteleuropa bisher nur Serotyp 8 aufgetreten (eigentlich beheimatet in Südafrika, seit 2006 in NL, Belgien, Deutschland, Einschleppungsweg unbekannt)

Übertragung:

Stechmücken (1-3 mm) der Gattung Culicoides, überwiegend dämmerungsaktiv, optimale Vermehrung bei 20-30 °C in Feuchtgebieten, Wasserstellen, Waldrändern, Dunglagerplätzen, Hauptflugzeit Juni und September, (Übertragung auch über Mehrwegkanülen möglich !)

Stechmücke der Gattung Culicoides

Krankheitsanzeichen:

Absondern von der Herde, Apathie, Fieber, Rötung und Schwellung der Kopfschleimhäute, Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) in Unterhaut von Augenlidern, Nase und Lippen, Speichelfluß und Schleimhauterosionen, Lahmheiten, vermehrtes Liegen infolge Kronsaumentzündungen (alle Gliedmaßen), auch milde Krankheitsverläufe (häufig bei Ziegen und Rindern)! ähnliche Krankheitsbilder treten auf bei: MKS, Lippengrind, Kriebelmücken, BVD und andere Virusinfektionen.

Maul eines erkrankten Rindes

Maßnahmen des Tierhalters:

langfristig für gute Konstitution der Tiere sorgen (Parasitenstatus, Ernährungszustand, chronische Erkrankungen), Mückenvermehrung im Betrieb dezimieren (Ordnung, Sauberkeit, Hygiene), Insektenbekämpfung im Stall und auf den Tieren mit Pyrethroiden, schwer erkrankte Tiere aufstallen, Wasser und weiches Futter anbieten, tierärztliche Behandlung zur Minderung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen (Antiphlogistika) sowie Sekundärinfektionen (Langzeitantibiotika)

Die Erkrankung ist anzeigepflichtig!

Nach Feststellung verdächtiger Symptome ist der Verdacht durch den Tierhalter, dessen Vertreter oder den Hoftierarzt umgehend dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen (§9 TierSG). Der Amtstierarzt wird dann weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche festlegen.

Voraussetzung für Entschädigungsleistungen der Tierseuchenkasse ist eine amtliche Tötungsanordnung (§66 Nummer 1 TierSG).

Da auch in den nächsten Jahren mit Blauzungenkrankheit als Ursache für erhebliche direkte und indirekte Verluste bei Wiederkäuern gerechnet werden muss, die Bekämpfungsmaßnahmen die Ausbreitung der Seuche jedoch nicht verhindern können und es keine spezifische Therapie gibt, wird derzeit an der Herstellung einer inaktivierten Vakzine gearbeitet, die nach Angaben der Hersteller im Frühsommer 2008 einsatzbereit sein könnte.

Dr. Folke Pfeifer
Tiergesundheitsdienst Sachsen-Anhalt

Weitere interessante Links zu diesem Thema:


„Aspekte der Fütterung und des Herdenmanagements zur Optimierung von Tiergesundheit und Leistung in der Milchviehhaltung“

Frühjahrsveranstaltung 2007 des TGD Sachsen-Anhalt

  1. Interpretation der monatlichen LKV - Daten Grenzen und Möglichkeiten (St. Neumann Fa. Schaumann)
  2. Pansenfermentationsstörung und Pansenazidose - zwei grundlegende fütterungsbedingte Tiergesundheitsstörungen in der Milchkuhhaltung (R. Staufenbiel FU Berlin)
  3. Mais, unentbehrlich in der Hochleistungsfütterung von Milchkühen zur Erzielung einer maximalen Grundfutterleistung. Was ist zu bedenken bezüglich Sortenwahl, Anbau, Ernte- und Silierverfahren sowie Einsatzmöglichkeiten? (R. Georg, Fa. RAGT Deutschland)
  4. "Färsenaufzucht – Mit System zum Erfolg" (E. Neike, Fa. Pfizer)

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„Mastitis - Brennpunktthema in Milchviehbeständen Sachsen-Anhalts“

Vortragsveranstaltung für Landwirte und betreuende Tierärzte

  1. Moderne Methoden zur Risikoanalyse bei Mastitis (Dr. Taffe TGD ST)
  2. Staphylokokkus Aureus und KNS: Übertragungsmodalitäten, Pathogenitätsmerkmale und Prophylaxeansätze (Prof. Krömker, FH Hannover)
  3. Möglichkeiten der Mastitisproblemerkennung mittels LactoCorder™ Beratung an der Schnittstelle Tier, Mensch und Technik (Frau Baumgard, LKV ST)
  4. Therapeutisches Trockenstellen gestern und heute (Dr. Möller Holtkamp, FA. Intervet)
  5. Milchinhaltsstoffe durch Fütterung beeinflussen - Möglichkeiten, Nutzen und Risiken (Herr Engelhard, LLFG Iden)

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Ökonomische Aspekte von vorbeugendem Betriebsmanagement und Tiergesundheit

Dr. B. Taffe, TGD TSK Sachsen-Anhalt

Kranke Nutztiere sind immer wieder ein Ärgernis für den Landwirt, da sie einer aufwendigeren Betreuung bedürfen, in ihrer Leistung und Nutzung derselben eingeschränkt sind, zusätzlich Kosten für die tierärztliche Versorgung verursachen und oft trotzdem zum „Totalverlust“ werden können.

Dabei liegen die Ursachen für tiergesundheitheitliche Probleme nahezu ausschließlich im Umfeld der Tiere: Fütterung, Haltung und Betreuung, stehen in einem Missverhältnis zu den wachsenden Ansprüchen von Hochleistungsmilchkühen.

Gründe hierfür sind letztlich immer wieder zu sehen in den so genannten „ökonomischen Sparzwängen“, die fordern, mit immer weniger Aufwand immer mehr Masse zu produzieren (Immer höhere Leistungen aus Grundfutter erzielen, obwohl die Grundfutterwerbung standortabhängig klimatischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist, die nicht immer diese hohen Qualitäten zulassen; immer mehr Tiere mit immer weniger qualifiziertem Personal betreuen; immer mehr Tiere mit weniger tierärztlicher Versorgung (präventiv oder / oder kurativ).

Während man sich die mit einer unbefriedigenden tiergesundheitlichen Situation einhergehenden finanziellen Mindererlöse durch Krankheit bedingte Mindererträge (Milch, Fruchtbarkeit, Aufzuchtverluste) und Mehraufwendungen für Remontierung nicht so vordergründig vor Augen führt, wird die in Form der Tierarztrechnung zu Tage tretende Betriebsausgabe ganz schnell zu einem Ärgernis in Sachen Tiergesundheit.

Dabei sind die betriebswirtschaftlichen Schäden durch Produktionsausfall und vermeidbare Mehraufwendungen (Remontierung) im Verhältnis viel höher, als die Tierarztkosten. Und hohe Tierarztrechnung stehen unwidersprochen in direkter Proportion zum Auftreten tiergesundheitlicher Störungen.

„Vorbeugen ist besser als Heilen“ ist ein uraltes Motto. Dennoch erkennen noch immer viel zu wenige Tierhalter mit nachhaltiger Konsequenz, die Notwendigkeit zu einem vorbeugenden Handeln, für Investitionen in eine Optimierung der Fütterung (leistungs- und tiergerecht), der Haltung (Kuhkomfort), der Tierbetreuung (quantitativ und qualitativ!) und auf Prävention ausgerichtete tierärztliche Betreuungskonzepte, kurzum in ein vorbeugendes, tiergesundheitliches Betriebsmanagement.

Zur Darstellung der ökonomischen Konsequenz von unbefriedigender Tiergesundheit als argumentativer Einstieg in die Diskussion (betriebsindividuelle Schadensanalyse) eignen sich:

Die Remontierungs- oder Reproduktionsrate, die Aufzuchtverluste, die Eutergesundheit und die Fruchtbarkeit.

Für alle diese Punkte gibt es in Abhängigkeit von der Betriebsgröße fachlich, medizinisch und ökonomisch begründbare Vorstellungen für einen Sollwert, den es gilt einzuhalten, weil Sollwert Über-schreitung mit negativer ökonomischer Konsequenz für den Betrieb einhergeht. Sollwerte dürfen nicht als absolut starr und damit abschreckend angesehen werden, sie sind aber besser als Zieldefinition geeignet, als die Orientierung an einem Mittelwert aller Berufskollegen, wenn eine gesamthaft unbefriedigende Ausgangssituation besteht. Und es muss auch klar sein, dass das Unterschreiten dieser Sollwerte die zukünftig zu erschließende, Ertrag steigernde Resource sein wird, nicht die genetische Leistungssteigerung. Im Folgenden werden die realisierbaren Sollwerte (Nahziel) für Großbetriebe vorgestellt:

Unter zu Grunde Legung der oben dargestellten Zahlen errechnet sich die „jährliche Pro-Kuh-Last“ durch Addition folgender Einzelwerte:

Reproduktionsrate: je % über Sollwert 10 € je Kuh (Bsp.: 38 % = 80 €)

Aufzuchtverluste: je % über Sollwert 5 € je Kuh (Bsp.: 17 % = 35 €)

Eutergesundheit:

Fruchtbarkeit: je Tag > 120 d 1 € je Kuh (Bsp.: 135 d = 15 €)

Summe „jährliche Pro-Kuh-Last“ für die Tiergesundheit im Beispiel 80+35+80+15 = 210 €.

Damit wird jedes kg produzierter Milch bei einer Herdendurchschnittsleistung gelieferter Milch von 8.000 kg mit 2,6 Cent belastet!

Dabei sei noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen: Die bisherigen Überlegungen zur ökonomischen Auswirkung von Tiergesundheit sind ohne Tierarztkosten gerechnet. Etwa 100 € je Kuh oder 1,25 Cent je kg Milch (inkl. der Tierarztkosten für die Jungtieraufzucht) werden von Betriebs-ökonomen als vertretbare Größe angesehen. In Betrieben mit gesundheitlichen Störungen im Sinne der oben dargestellten Zusammenhänge werden die Tierarztkosten zwangsläufig über dem ökonomisch wünschenswerten Niveau liegen!

Überprüfen Sie Ihre individuelle tiergesundheitliche Betriebsökonomie mit Hilfe des nachstehenden Formulars Ökonomie: „Gesunde Kühe kosten Mühe, kranke Kühe kosten Geld

Ihr TGD der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt

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Gesunde Kühe kosten Mühe, kranke Kühe kosten Geld

1. Berechnung der Pro-Kuh-Last durch zu hohe Reproduktions- /Remontierungsrate

Berechnung der „Pro-Kuh-Last“ 1:

 

 (Ist-Wert (%) – 30 (%)) x 10 [€] = __________ €

2. Berechnung der Pro-Kuh-Last durch zu hohe Aufzuchtverluste (inkl. Totgeburten!)

Berechnung der „Pro-Kuh-Last“ 2:

 

Ist-Wert (%) – 10 (%) x 5 [€] = __________ €

3. Berechnung der Pro-Kuh-Last durch einen zu hohen mittleren Milchzellgehalt

Berechnung der „Pro-Kuh-Last“ 3:

 

bei Ø ZZ-Mittel von 300.000 /ml 70 € / bei Ø ZZ-Mittel von 300.000 /ml 90 € = __________ €

4. Berechnung der Pro-Kuh-Last durch zu lange Zwischentragezeiten

Milchleistung

ZTZ

Bis 7.000 kg

42- 60 d (bis 105 d)

Bis 8.000 kg

60- 95 d (bis 125 d)

Bis 9.000 kg

95-115

>9.000 kg

115-125 d ( bis 145 d)

 

Berechnung der „Pro-Kuh-Last“ 4:

 

(Ist-ZTZ – Soll-ZTZ) x 1 € = __________ €

5. Pro-Kuh-Last gesamt = ∑1bis 4

„Pro-Kuh-Last“ gesamt (∑ 1 -4) :

 

---------------------------------- €

(Mehraufwendungen und Mindererlöse je Kuh, im Vergleich zu einem Betrieb, der die Soll-Wert-Vorgaben einhalten kann)

(Je 80 € „Pro-Kuh-Last“ bedeutet, dass bei einem Herdenmittel von 8.000 kg, jedes kg gelieferte Milch mit 1 Cent belastet ist!)

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Eine differenzierte Sichtweise der Diskussion um Paratuberkulose

Dr. B. Taffe, TGD der TSK Sachsen-Anhalt




Die Paratuberkulosediskussion hat mit Erscheinen der „Leitlinien Paratuberkulose“ im Februar 2005 auch die Interessen der Medien geweckt. Dabei hatte es kurzzeitig den Anschein als sollte eine für veterinär- und humanmedizinische Fachkreise nahezu 100 Jahre alte und bis zum heutigen Tage hinsichtlich Zusammenhänge und gesundheitlicher Bedeutung ungeklärte Diskussion medienwirksam aufgepuscht und Landwirte und Verbraucher gleichermaßen verunsichernd verkauft werden. Die Argumentationsschiene verläuft dabei zweigleisig:

Dabei sorgen die diagnostischen Schwierigkeiten, die die Biologie des Erregers mit sich bringt dafür, dass der Fokus fachlicher Betrachtungen in erster Linie auf Spezifität und Sensitivität möglicher Testverfahren liegt. Interpretationen, die sich trotz aller diagnostischer Unsicherheit aus dem bekannten Datenmaterial ableiten ließen, finden in der fachlichen und politischen Diskussion weniger Beachtung.

Zu 1. Paratuberkulose als eine, die Betriebsökonomie gefährdende Tiergesundheitsstörung

Die klassische Paratuberkulose der Haus- und Wildwiederkäuer ist eine in der norddeutschen Tiefebene seit mindestens 100 Jahren vorkommende sporadische Einzeltiererkrankung.

Beim Rind hat sie ein sehr charakteristisches klinisches Bild:

Meist bei älteren Tieren (> 2. Laktation) stellt sich nach dem Kalben bei ungestörtem Allgemeinbefinden (d. h. die Tiere sind munter und fressen und haben kein Fieber) ein chronischer Durchfall ein, der in der Folge zu einem fortschreitenden Körpermassenschwund führt. In der Endphase vollständiger Kachexie verenden die Tiere nach wochen- monatelanger Erkrankungsdauer.



Dem gegenüber darf man nicht übersehen, dass es viele Durchfallursachen um das Kalben gibt. Sie gehen aber in der Regel mit einer Störung des Allgemeinbefindens einher (d. h. die Tiere fressen nicht oder zumindest schlecht, sie sind apathisch und weisen bei gründlicher Untersuchung häufig noch andere klinische Symptome auf). Es handelt sich dabei meist um typische Zivilisationsleiden der modernen Hochleistungskuh, die aus dem Spagat zwischen einer leistungsgerechten und trotzdem wiederkäuergerechten Fütterung oder der unbefriedigenden hygienischen Situation in vielen überforderten Tierhaltungen erwachsen. Beispielhaft zu nennen sind:

Auch die Tatsache, dass man in Organmaterial von solchen Tieren nach dem Tod den Erreger der Paratuberkulose nachweist, rechtfertigt nicht den Schluss, ohne klassische Klinik oder pathomorphologische Veränderungen Paratuberkulose zu diagnostizieren!

In der Präambel zur neuen Bundesleitlinie "Paratuberkulose" steht:

[...] Paratuberkulose [...] ist eine Erkrankung, die in Deutschland verbreitet ist und für große wirtschaftliche Schäden in den Herden sorgt.

Andere Quellen postulieren sogar eine zunehmende Ausbreitung, obwohl es genauso wenig flächendeckende Untersuchungen in einer „Vor-Paratuberkulose-Ära“ gab, wie man aktuell etwas Verlässliches über die flächendeckende Verbreitung von MAP (nicht nur in den Hauswiederkäuerhaltungen!) sagen kann!

Vorhandenes Datenmaterial aus Stichprobenuntersuchungen in Sachsen-Anhalt und seinen Nachbarländern belegen bislang eine serologische Populationsprävalenz bei Rindern von 5 bis 10 % (incl. fraglicher = nicht negativer Befunde) Bezüglich der Verbreitung auf Bestandsebene stellt sich die Datenlage regionsweise differenzierter dar (20-85 %).

Der ADR-Ausschuss Tiergesundheit geht bundesweit in seiner Stellungnahme zur Paratuberkulose auch von 5-10 % infizierter Tiere und 10-20% infizierter Rinderbestände aus.

Zu den Schäden:

Bis zum heutigen Tag hat keine kontrollierte Studie die unterstellte Milchminderleistung und erhöhte Krankheitsanfälligkeit so genannter subklinisch erkrankter Tiere im Jahr vor Ausbruch der Erkrankung unter standardisierten Haltungsbedingungen mit Paratuberkulose-freier Kontrollgruppe belegt! Natürlich ist ein Abbrechen mit der Milch und eine erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionen mit fortschreitender Klinik (Kräfteverfall) vorstellbar.

In Anbetracht einer durch Stoffwechselbelastung und Folgeerkrankungen bedingten durchschnittlichen Nutzungsdauer bei Hochleistungskühen von derzeit 2,5 Laktationen liegt die aktuelle Lebenserwartung auch ohne Paratuberkulose nur bei etwa 4,5 Lebensjahren!

In dem vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler- Institut, ehemals bfav) veröffentlichten „Wegweiser Paratuberkulose“ ist zu lesen (http://www.bfav.de/organisation/ifed/krankheiten/mycobacterium.htm):

[...] Wenn ein oder zwei Tiere in einer Herde von 100 Rindern klinisch erkrankt sind, werden wahrscheinlich vier bis acht subklinisch erkrankt sein. Die Anzahl der Tiere ohne Symptome kann zwischen 10 und 14 variieren. Insgesamt werden 15 bis 24 Rinder infiziert sein.

Wenn man unterstellt, dass sich nur 55 % (Sensitivität eines gebräuchlichen ELISA) aller infizierten Tiere serologisch zu erkennen geben, so bedeuten 9 % serologisch positiver Befunde einen Infektionsgrad der Population von etwa 17 %, also in der Größenordnung wie oben beschrieben. Die Reproduktionsrate erhöht sich damit um 1 % (Abgänge mit Klinik / Totalverlust). Unter zu Grunde Legung der nicht bewiesenen Milchleistungseinbrüche von 10 bis 20 % bei den subklinisch infizierten Tieren (s. o.), würde sich die Milchmenge bei 100 Tieren einer Herde um 4 x 1.600 kg vermindern. Die Paratuberkulose induzierte „Pro-Kuh-Last“ betrüge in diesem Fall etwa 28 € (0,35 Cent je kg Milch).

Verglichen mit der sich aus suboptimaler Stoffwechselgesundheit, Eutergesundheitsstörungen und Sterilitäten in den meisten Betrieben ergebenden, tiergesundheitlichen „Pro-Kuh-Last“ von etwa 170 € (2,1 Cent je kg Milch), stellt sich die Frage nach der Vorrangigkeit tiergesundheitlicher Probleme.

Die Diskussionen der letzten Jahre über immer mehr „neue“ Bestandserkrankungen wie

lenken ab von der eigentlichen Kernproblematik im modernen, Hochleistungskühe haltenden Milchbetrieb:

Leistungsgerecht und wiederkäuergerecht füttern, die Körperkonditionierung der Tiere durch angepasste Fütterung nicht in Extreme abgleiten lassen und den Tieren ein Maximum an Haltungskomfort, Hygiene und Tierbetreuung zugestehen. Je höher die Leistung, umso höher die Anforderungen an diese Maxime!!!

Damit soll nicht in Abrede gestellt werden, dass es auch echte Paratuberkulose Problembetriebe gibt und es besteht auch kein Zweifel daran, das die Hygienerichtlinien für die Paratuberkulose, im Sinne einer vorbildlichen Aufzuchthygiene mit synergistischem Effekt auf viele Jungtierkrankheiten, unbedingt umgesetzt werden sollten.

Umso besser, wenn so auch die Paratuberkuloseverbreitung eingedämmt wird und sich die Diskussion um Sensitivität und Spezifität flächendeckender, verlässlicher Diagnostik auf diesem Weg entspannen kann.

Zu 2. Paratuberkulose und Verbraucherschutz

Bereits seit 1916 weiß man um Ähnlichkeiten im klinischen Bild der Tiererkrankung „Paratuberkulose“, die bei allen Haus- und vielen Wildwiederkäuern vorkommt und der Humanerkrankung „Morbus Crohn“. Beides sind chronische Magen-Darm-Erkrankungen, die nicht oder nur sehr unzulänglich zu behandeln sind. Und bei beiden Erkrankungen scheint der Erreger „mycobakterium avium subspezies paratuberculosis“ (MAP) eine Rolle zu spielen. Zusätzliche Brisanz ist entstanden aus der Tatsache, dass MAP, quantitativ deutlich reduziert das Pasteurisieren von Milch überleben kann. D. h., die Pasteurisierung erreicht „nur“ eine weitestgehende Keimminimierung aber keine 100 % Keimeliminierung.

Dennoch sollten in einer sachlichen Diskussion um eine Risikobewertung bezüglich des „zoonotischen“ Potentials von MAP und Morbus Crohn auch einige weniger dramatische Fakten berücksichtigt werden

Fazit

Es darf nicht verwundern, dass ein Mikrob wie MAP, der offensichtlich weit verbreitet vorkommt, auch in der Lage ist fakultativ bei Mensch und Tier Krankheit auszulösen. Sowohl in der Human-, als auch in der Rinderpopulation bedarf es aber offensichtlich weiterer Faktoren, die den Schritt von der Infektion mit MAP zur Erkrankung fördern oder gar bedingen. Hieraus kann somit nicht die Schlussfolgerung gezogen werden dass, allein MAP-freie Nutztierbestände das Problem lösen können. Die daraus erwachsende logische Konsequenz, MAP generell von Nahrungsmitteln und der Umgebung des Menschen fern halten zu wollen, ist ohnehin illusorisch!

Die Leitlinien zur Paratuberkulose fordern als Einstieg in eine Bekämpfung primär eine nachhaltige Umsetzung von Hygiene in der Jungtieraufzucht und im Umgang mit klinisch höchst verdächtigen Tieren. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wird sowohl für die Tiergesundheit als auch für Verbraucherschutz adäquat auf eine Tierkrankheit reagiert.

Beständen mit Anzeichen für ein tatsächliches Paratuberkuloseproblem sind schon aus Eigeninteresse sensibilisiert und sollten intensiv durch Tiergesundheitsdienste, betreuenden Haustierärzte oder Amtstierärzte beraten und bei der strikten Umsetzung der Hygieneleitlinien begleitet werden. Unter der Voraussetzung, dass akzeptable Hygienebedingungen im Sinne der Leitlinie vorliegen, kann eine initiale Bestandsserologie, als Einstiegsuntersuchung von Tieren über 24 Monaten erfolgen, die dann für weiteres sinnvolles Vorgehen im Sinne der Leitlinie Hilfestellung gibt.

Intelligenter Einsatz von Diagnostik (Serologischer Einstieg, Erregerdiagnostik beispielsweise über die noch nicht ganz praxisreife Untersuchung gepoolter Kotproben mit Hilfe der PCR) kann auch mit all den bekannten Schwächen der Diagnostik im Problembestand schon heute ein wertvolles Hilfsinstrument sein, gefährliche Ausscheider frühzeitig zu erkennen, zu merzen und damit den Infektionsdruck zu senken. Nicht die MAP-Nulltoleranz, sondern eine möglichst rasche Senkung von Infektionsdruck in Problembetrieben ist das Ziel.

Für Betriebe mit nachweislicher Paratuberkuloseproblematik, die die Hygieneleitlinie amtlich anerkannt umgesetzt haben und die Tiere im Sinne der Leitlinie unverzüglich nach positiver serologischer Beprobung und gemäß Status III nach sich unmittelbar anschließender positiver BU merzen möchten, sollte mittelfristig auf Länderebene aber dennoch möglichst einheitlich über weitere Hilfen zur Beschleunigung der Selektion entschieden werden.

Bezüglich der wirtschaftlichen Bedeutung für den Tierhalter ist anzumerken, dass natürlich in den meisten Fällen schon die Umsetzung der Hygienerichtlinie zur Paratuberkulose Kosten verursachen wird. Es sind in einer Vielzahl von Betrieben bauliche Veränderungen aber auch u. U. kostenträchtige Veränderungen im Management durchzuführen. Durch die Verbesserung der allgemeinen Tiergesundheit dürfte sich hier längerfristig, auch ein positiver ökonomischer Effekt einstellen. Inwieweit die damit verbundene Reduzierung klinisch an Paratuberkulose erkrankter Tiere und vorausgesetzter Verlängerung der Gesamtnutzungszeit, zu ökonomisch messbaren Effekten führt, hängt wohl von der Ausgangssituation zur Tiergesundheit in jedem Betrieb individuell ab.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Bekämpfung der Paratuberkulose nicht nach dem klassischen Muster der Tierseuchenbekämpfung „Erkennen und Merzen“ allein erfolgen kann. Hier steht ein längerer Prozess an, der auch von Rückschlägen in betroffenen Beständen gekennzeichnet sein kann und wird. Die Hoffnungen auf ein schnelles Verfahren sind bekanntermaßen von vornherein gedämpft. Zum jetzigen Zeitpunkt sind daher auch über die Bundesleitlinie hinaus gehende gesetzliche Regelungen nicht angezeigt.

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